Cookieless Tracking – Nutzerverhalten messen und analysieren ohne Kekse

Onlinemarketing Blog: SEA - Cookieless Tracking

Auf vielen Websites und Webseiten wird Nutzerverhalten ohne die Zustimmung der Websitebesucher gemessen. Das ist so, als wenn Du zuhause Besuch bekämst und der Besucher würde Dich auffordern:

Mach Dich nackig, sag mir, mit wem Du Sex hast, wann, wie oft und wie !

Welche Kleidung trägst Du dabei ? Was isst Du währenddessen oder danach ?

Aber das alleine reicht ihm nicht aus: Während Du noch über die Aufforderungen nachdenkst, stöbert er schon in Deinen Kleiderschränken, Schuhschränken, Deiner Küche, sucht Deine Kontoauszüge u.s.w.

Eigentlich alles, was er kriegen kann !

Am Ende sagt er:

Warte, ich mache davon noch Fotos und schicke dieses an ein paar Partner. Dieses werten die Daten dann aus und unterbreiten Dir Angebote für Deine Leidenschaften.

„Puhhh – so blöd ist doch niemand – das macht doch niemand mit“, denkst Du jetzt vielleicht.

Weit gefehlt: Im Internet, beim Surfen, passiert das millionenfach täglich – vermutlich auch bei Dir !

Nutzerverhalten messen – bitte seriös und um Erkenntnisse zu erhalten

Wem es als Website-Betreiber darum geht, Nutzerzahlen zu messen und das Nutzerverhalten zu verstehen, setzt in der Regel „Cookies“ auf seiner Website ein – oft jedoch nicht rechtskonform und dadurch abmahnfähig oder strafbar.

Mit der richtigen Technik können Websitebetreiber das Verhalten ihrer Webseitenbesucher auch messen, ohne in die Illegalität abzurutschen und / oder ihre Websitebesucher mit nervigen Cookiebannern / Consentbannern zu nerven.

Die Zustimmung zu Cookies sinkt kontinuierlich

Immer weniger Internetsurfende akzeptieren es, dass beim Besuch einer Website ein Cookie auf ihrem Endgerät gesetzt wird, bzw. klicken gleich auf die nächste Website zum Thema.

Nach aktuellen Erhebungen kann man von bis zu 70% Webseitenbesucher ausgehen, die sich nicht mehr „nackig“ machen wollen, nur weil sie eine Website besuchen.

Oftmals ist das gar kein aktiver Vorgang mehr, sondern bereits in den Browsereinstellungen oder im Betriebssystem wurde die Akzeptanz von Cookies bereits ausgeschaltet.

Wer personenbezogene Daten seiner Kunden sammelt braucht dazu eine aktive Zustimmung

Da ich kein Jurist bin und es in diesem Artikel nicht um die „Grundlagen von DSGVO“ gehen soll, vertiefe ich diesen Aspekt nicht viel weiter.

Kurzfassung: Meist haben Cookies den Zweck, personenbezogene Daten eines Websitebesuchers zu speichern und zu verarbeiten (z.B. die IP-Adresse). Das stellt – juristisch völlig unstrittig – ein personenbezogenes Datum dar, wozu es eine aktive Zustimmung des Kunden braucht.

Aber mit der IP-Adresse der Surfenden geben sich viele Datensammler ja nicht zufrieden: Sie erheben oft noch eine Reihe weiterer Daten der auf ihrer Website Surfenden und speichern diese nicht nur und werten sie systematisch aus, sondern übermitteln sie auch noch an Drittanbieter und das in Länder, in die nach geltendem europäischem Recht überhaupt keine personenbezogenen Daten geliefert werden dürfen – die U.S.A. sind z.B. so ein Land !

Wer personenpezogene Daten ohne Zustimmung sammelt, auswertet und / oder in Verbotsländer übermittelt, verstößt gegen die DSGVO und macht sich tendenziell strafbar, schadensersatzpflichtig und abmahnfähig – Chapeau !

Sinn und Unsinn der Datensammelei

Ich berate und begleite überwiegend Selbstständige und kleine Firmen bei ihren Onlineaktivitäten.

Oftmals haben meine Kunden von ihrem „Webdesigner“ gesagt bekommen, dass sie Cookies zur Auswertung des Nutzerverhaltens einsetzen sollen und bekommen dafür auch gleich einen „Consentbanner“, also ein „Zustimmungstool für Cookies“ auf ihrer Website installiert.

Wenn ich mir dann anschaue, was genau diese Selbstständigen und Firmen auswerten (von „nichts“ bis „Seitenzugriffszahlen“) komme ich zu dem Schluß, dass die meisten meiner Kunden mit ihrer Datensammelei mit „Langstreckenraketen auf Ameisen schießen“.

Sie gehen schlicht ein hohes Rechtsrisiko ein, ein hohes Absprungrisiko (ihrer Websitebesucher) und haben so gut wie keinen Nutzen von alledem.

Bevor Du also über „technische Lösungen“ und „rechtskonforme Lösungen“ und „nutzerakzeptiere Lösungen“ von Cookiebannern nachdenkst, empfehle ich Dir, zuerst einmal darüber nachzudenken, ob das Setzen von Cookies und das Sammeln von Benutzerdaten der kürzeste Weg zu Deinem Erkenntnisgewinn ist !

Cookieless Tracking spart Aufwand und bringt Rechtssicherheit und Nutzerakzeptanz

Mittlerweile gibt es wunderbare Dienste, die Dir die statistische Auswertung des Surfverhaltens Deiner Nutzer erfassen, ohne illegal Daten Deiner Kunden (das sind Deine Webseitenbesucher) zu sammeln, zu übermitteln oder auszuwerten.

Diese Website hier nutzt z.B. den Dienst von Matomo, um zu erfassen, wie meine Websitebesucher so rumsurfen, auf welchen Seiten sie einsteigen, aussteigen und welche Aktionen sie durchführen.

Ich bekomme auch mitgeteilt, woher die Websitebesucher kommen (z.B. aus Social-Media-Kanälen), ohne dafür jedoch Cookies zu setzen (illegale schon gleich gar nicht) und meine Websitebesucher mit „Cookiebannern“ zu belästigen.

Übrigens bekomme ich damit das Verhalten ALLER Webseitenbesucher ausgewertet und nicht nur von jenen (immer weniger werdenden), die ihre Zustimmung zum Speichern von Daten zugestimmt haben – cool, oder ?

Nicht nur, dass mir die Daten, die ich erhalte, ein ausreichendes Bild darüber ermöglichen, was ich an meinen Websites verbessern kann, sondern ich kann auch noch in den Spiegel schauen und nachts ruhig schlafen – denn ich habe ein „reines Gewissen“ – und das ist gut so!

Tools / Dienste für Cookieless-Tracking

Nachfolgend findest Du einige Dienste und Tools, die Dir beim Cookieless Tracking helfen können.

Die genannten Tools sind weder eine Empfehlung von mir, noch übernehme ich für deren Verwendung irdgendwelche Garantien. Die DSGVO-konforme Verwendung dieser Analysetools musst Du selbst konfigurieren.

Zumindest für Matomo kann ich sagen, dass die Dokumentation gut verständlich ist und sogar ich es damit geschafft habe, das Nutzerverhalten auf meiner Website zu erfassen und dabei DSGVO-konform zu bleiben.

  • Fathom
  • Plausible
  • Simple Analytics
  • Insights
  • Matomo

Websitebetreiber, die WordPress verwenden, sind hier oft wieder „fein raus“, weil es komfortable Plugins für viele dieser Dienste für WordPress gibt.

Zusammenfassung zur Trackinganalyse

Es war noch nie etwas dagegen zu sagen, als Selbstständiger / Unternehmen statistische Daten zum Verhalten seiner Kunden zu erheben, um Erkenntnisse zu erlangen und sich weiter zu entwickeln.

Im Zeitalter des Internets, besonders durch den Einfluss durch Konzerne aus Ländern, denen der Schutz persönlicher Daten ziemlich egal ist (U.S.A., China, Israel…) finden vielfach Tools und Services Verwendung, die rechtlich und moralisch viel zu tief in die Privatsphäre von Internetnutzenden eingreifen – ohne dass es diesen jedoch bewusst ist und ohne deren Zustimmung.

Man kann als Onlinemarketer auch statistische Daten über seine Nutzer erheben, ohne die Legalität zu verlassen und ohne moralische Grundsätze zu verletzen.

Für Selbstständige / Websitebetreiber, die daran interessiert sind, ist dieser Artikel geschrieben worden.

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